Petition an den Schleswig-Holsteinischen Landtag

Die  HortretterInnen haben am 26.11.2017 eine Petition an den Schleswig-Holsteinischen Landtag eingereicht.

Ziel der Petition

Ziel der Petition ist es zu prüfen, ob die Stadt Lübeck gegen geltendes Bundesrecht (SGB VIII) und gegen geltendes Landesrecht (Kindertagesstättengesetz) verstößt, wenn die verschiedenen
Formen der Betreuten Grundschulen nicht als Kindertageseinrichtung eingestuft und das Kindertagesstättengesetz sowie die Kindertagesstätten- und -tagespflegeverordnung Schleswig-Holsteins gemäß § 26 SGB VIII für die Betreute Grundschule keine Anwendung finden.

Begründungen
  • Die Betreuungszeiten, der Betreuungsschlüssel und die professionelle Qualität durch ausgebildete Fachkräfte sind an den Horten per Kindertagesstättengesetz verbindlich vorgeschrieben und besser als an den Betreuten Grundschulen, bei denen es keine gesetzlichen und damit keine verlässlichen Vorgaben gibt.
  • Die Raumkapazitäten sind in den Horten umfassender, als an den Betreuten
    Grundschulen (z.B. Hausaufgabenräume, Ruheräume/-ecken, eigene Essräume, Spiel-/Werkräume, am Nachmittag jederzeit zugängliche eigene Turnhallen/-räume u.ä.).
  • Die Zunahme des Betreuungsbedarfes von Schulkindern bedingt zwingend, dass diese Betreuung auch qualitativ hochwertig ist und nicht nur eine „Aufsicht“ über, ein „Aufbewahren“ von Kindern umfasst.
  • Die Chancengleichheit gebietet es, dass alle Kinder eine gleichwertige Betreuung am Nachmittag erhalten können, egal ob sie einen Platz in der Betreuten Grundschule oder in einem Hort erhalten haben. Andernfalls werden Kinder von weniger gut verdienenden Eltern gegenüber den Kindern besser verdienender Eltern benachteiligt. Denn besser verdienende
    Eltern können sich im Falle der Hort-Schließungen oder des Nichterhaltens eines Hortplatzes auch eine private, qualitativ hochwertige und zeitlich umfassende Schulkinderbetreuung leisten. Die LübeckerInnen aber, die über weniger Einkommen verfügen, müssen gezwungenermaßen ihre Kinder in die Schulbetreuung der Grundschulen geben, die es gibt/die sie
    bekommen haben – was sich auch auf den schulischen Erfolg und später auf den beruflichen Lebensweg ihrer Kinder benachteiligend auswirken kann.
  • Der Bildungsauftrag kann an den Betreuten Grundschulen nur erfüllt werden, wenn auch dort die gleichen Qualitätsstandards wie an den Horten verbindlich gelten und geschaffen werden.
image_pdfspeichernimage_printdrucken